Maus


Maus
Maus:
Der altgerm. Tiername mhd., ahd. mūs, niederl. muis, engl. mouse, schwed. mus geht mit Entsprechungen in den meisten anderen idg. Sprachen auf idg. *mūs »Maus« zurück, vgl. z. B. aind. mū̓ṣ »Maus« ( Moschus und Muskat), griech. mȳs »Maus« und lat. mus »Maus« ( Muskel und Muschel).
Welche Vorstellung der Benennung der Maus zugrunde liegt, ist nicht sicher geklärt. Vermutlich gehört idg. *mūs »Maus« zu der Sippe von aind. muṣṇā̓ti »stiehlt, raubt« und bedeutet dann eigentlich »Diebin«. Seit der 2. Hälfte des 20. Jh.s findet sich »Maus« auch in einer übertragenen Bedeutung, die von engl. mouse entlehnt wurde: In der EDV bezeichnet es ein »Gerät, das auf dem Tisch bewegt wird, um den Cursor auf dem Bildschirm zu positionieren«. – Abl.: mausen ugs. für »stehlen« (mhd. mūsen »Mäuse fangen; schleichen; listig sein«). Siehe auch die Artikel mausetot und Fledermaus.
• Maus
da‹von› beißt die Maus keinen Faden ab
(ugs.) »das ist unabänderlich, dagegen ist nichts zu machen«
Für die Entstehung dieser Redewendung bieten sich mehrere Erklärungen an. Sie ließe sich auf die Fabel vom Löwen und der Maus beziehen, in der die Maus das Schicksal des gefangenen Löwen wendet, indem sie das Netz zernagt. Sie könnte aber auch aus dem alten Volksglauben herrühren, dass man im Frühjahr keine Winterarbeit verrichtet, also auch nicht mehr spinnen soll. Den Frauen, die das trotzdem tun, beißen die Mäuse den Spinnfaden durch – nur wer sich unbeirrt an den Brauch hält, dem »beißt die Maus keinen Faden ab«.

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Maus — steht für: ein Nagetier aus der Überfamilie der Mäuseartigen, meistens aus der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae), speziell die Hausmaus aus der Gattung der Mäuse (Mus) Kurzform für die Die Sendung mit der Maus, eine Kindersendung der ARD… …   Deutsch Wikipedia

  • Maus — die; , Mäu·se; 1 ein kleines (Nage)Tier mit langem Schwanz <eine weiße, graue Maus; die Maus piepst>: Die Maus ging in die Falle; Die Katze jagt die Maus; Die Maus knabbert, nagt am Käse || K : Mäusegift, Mäusejagd; Mausefalle, Mauseloch || …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Maus — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Bsp.: • Ich finde es viel leichter, die Maus zu benützen als die Tastatur. • Ich sah eine Maus in unserem Keller. • Ich spreche von der Maus, die du in deinem Zimmer hast, das ist es …   Deutsch Wörterbuch

  • Maus — Sf std. (8. Jh.), mhd. mūs, ahd. mūs, as. mūs Stammwort. Aus g. * mūs f. Maus , auch in anord. mús, ae. mūs, afr. mūs. Aus ig. * mūs Maus , auch in ai. mūḥ m./f., mūṣa m., akslav. myšĭ, gr. mỹs m., l. mūs m. Weitere Herkunft umstritten.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Maus [1] — Maus, 1) (Mus), bei Linné weitläufiges Geschlecht der Nagethiere, begreifend die späterhin als eigne Gattungen aufgestellten: Mus (Maus, s. unten 3), Hypudaeus (Wühlmaus), Lemmus (Lemming), Loncheres (Stachelmaus), Myoxus (Schläfer), Hydromys… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Maus — Maus. Dieser Feind jeder Haushaltung ist über die ganze Erde verbreitet. Man zählt gegen 70 verschiedene Arten, die sich durch Farbe und Größe unterscheiden. Uns am bekanntesten ist die Hausmaus und eine Spielart derselben, die weiße M. Sie ist… …   Damen Conversations Lexikon

  • Maus — Maus: I.Maus,die:weißeM.:⇨Verkehrspolizist;dabeißtdieM.keinenFadenab:⇨unabänderlich(2) II.Mäuse(Pl):1.⇨Geld(1)–2.weißeM.sehen:⇨betrunken(2) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Maus [2] — Maus, 1) alte Bezeichnung von Muskel; 2) in gemeinem Leben der fleischige Theil zwischen den Mittelhandknochen des Daumen u. Zeigefingers; [27] 3) bei Pferdeärzten der Aufhebemuskel der Oberlippe; so Mausader, die Ader an der Nase; 4) (Seew.),… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Maus [3] — Maus (Thurmberg), Burgruine zwischen Welmich u. St. Goarshausen am Rhein …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Maus [4] — Maus, Isaak, geb. 1748, Bauer in Badenheim in Rheinhessen, starb das. 1833; er schr.: Gedichte u. Briefe, Mainz 1786; Über Ackerbau u. Landwirthschaft, Frankf. 1793; Poetische Briefe, Mainz 1819; Lyrische Gedichte, ebd. 1821 u.a …   Pierer's Universal-Lexikon